Mina
Künstler-Biografie
Mina (Mina Anna Mazzini), geboren am 25. März 1940 in Busto Arsizio, wächst in Cremona auf und ist eine der erfolgreichsten italienischen Sängerinnen aller Zeiten. Als Jugendliche ist sie zunächst Leistungsschwimmerin, bevor sie im Sommer 1958 im Ferienlokal La Bussola in Forte dei Marmi spontan einen Song improvisiert und vom Besitzer gleich für weitere Auftritte engagiert wird. Im September desselben Jahres startet sie mit der Begleitband Happy Boys ihre Solokarriere.
Anfangs veröffentlicht Mina ihre Aufnahmen unter zwei Namen: als Mina auf Italienisch, als Baby Gate für den internationalen Markt – ein Pseudonym, das sie schon Ende 1959 wieder aufgibt. Mit „Nessuno“ (1959) trägt ihr kraftvoller, synkopierter Gesangsstil ihr den Spitznamen „Königin der Schreier“ ein, im selben Jahr wird „Tintarella di luna“ ihre erste Nummer eins. 1962 gelingt ihr mit dem deutschsprachigen „Heisser Sand“ auch international der Durchbruch – der Titel steht zwei Monate lang an der Spitze der deutschen Hitparade.
1963 sorgt ihre Beziehung zum verheirateten Schauspieler Corrado Pani für einen der grössten Skandale der italienischen Nachkriegsgeschichte: In einem Land ohne Scheidungsrecht, in dem uneheliche Mutterschaft als Schande gilt, weigert sich Mina, die Beziehung zu verstecken. Nach der Geburt ihres Sohnes Massimiliano am 18. April 1963 wird sie vom staatlichen Sender RAI boykottiert – bis der öffentliche Druck durch ungebrochene Plattenverkäufe den Sender zwingt, den Bann am 10. Januar 1964 wieder aufzuheben.
Ende der 1960er-Jahre arbeitet Mina eng mit Lucio Battisti und Texter Mogol zusammen und mischt Blues, R&B und Soul in den italienischen Pop. Ennio Morricone komponiert 1966 eigens für ihren dreioktavigen Stimmumfang „Se telefonando“ – in einer Publikumsumfrage der „la Repubblica“ 2010 zu ihrem grössten Song gewählt. 1972 wird ihr Duett „Parole parole“ mit Alberto Lupo zum internationalen Phänomen; 1974 nehmen Dalida und Alain Delon mit „Paroles, paroles“ die französische Version auf. Bereits 1966 gründet Mina gemeinsam mit ihrem Vater das unabhängige Label PDU, um künstlerisch frei zu bleiben.
Nach ihrem letzten öffentlichen Auftritt am 23. August 1978 im Theater Bussoladomani zieht sich Mina komplett von Live-Auftritten zurück, veröffentlicht aber bis heute jährlich neue Musik – zwischen 1972 und 1995 sogar jeweils ein Doppelalbum. Ihr Sohn Massimiliano Pani wird ihr Produzent. Zu den späteren Erfolgen zählen das Duett „Questione di feeling“ mit Riccardo Cocciante (1985) und das Album „Mina Celentano“ mit Adriano Celentano (1998), das meistverkaufte Album jenes Jahres in Italien.
1989 erhält Mina die Schweizer Staatsbürgerschaft, 2006 heiratet sie in Lugano den Kardiologen Eugenio Quaini. Mit über 150 Millionen verkauften Tonträgern zählt sie zu den erfolgreichsten Musikerinnen der Geschichte – 2023 erreicht sie mit dem Duett „Un briciolo di allegria“ (mit Blanco) noch einmal fünf Wochen lang Platz eins der italienischen Charts.
Bekannte Lieder:
– Tintarella di luna
– Il cielo in una stanza
– Heisser Sand
– Se telefonando
– Parole parole
– Un briciolo di allegria (mit Blanco)









