Distel Sacha
Künstler-Biografie
Sacha Distel (bürgerlich Alexandre Sacha Distel), geboren am 29. Januar 1933 in Paris, gestorben am 22. Juli 2004 in Rayol-Canadel-sur-Mer, war ein französischer Chansonnier, Jazzgitarrist und Komponist. Sein Vater Léonide, ein aus Russland geflohener Ingenieur, und seine Mutter Andrée Ventura, eine Pianistin aus jüdischer Familie, gerieten im besetzten Frankreich in höchste Gefahr: 1942 wurde die Mutter von den deutschen Besatzern verschleppt, der Vater tauchte unter und versteckte den erst neunjährigen Sacha unter dem falschen Namen „Alexandre Ditel“ in einer katholischen Klosterschule in Laval. Erst nach Kriegsende fand die Familie wieder zueinander.
Mit 15 Jahren entdeckte Sacha Distel durch seinen Onkel, den bekannten Bandleader Ray Ventura, den Jazz für sich – dieser brachte ihm auch das Klavierspiel bei. Bereits mit 19 Jahren galt er, nachdem er an der Seite des legendären Geigers Stéphane Grappelli gespielt hatte, als eines der grössten jungen Jazztalente Frankreichs, parallel zu einem Philosophiestudium. 1953 wurde er zum besten Gitarristen Frankreichs gekürt, 1958 kürte ihn das Magazin Jazz Hot erneut zum „Gitarristen des Jahres“. In diesen Jahren begleitete er grosse Namen wie Billie Holiday, Dizzy Gillespie, Lionel Hampton, Stan Getz und das Modern Jazz Quartet – und wurde zum festen musikalischen Begleiter der Chansonnière Juliette Gréco, die ihn ermutigte, selbst als Sänger aufzutreten.
1958 gelang Sacha Distel mit „Scoubidou“ (einer französischen Version von Peggy Lees „Apples, Peaches and Cherries“) sein Durchbruch als Chansonnier – im selben Jahr begann, nachdem er sie zu seiner Geburtstagsfeier in Saint-Tropez eingeladen hatte, seine rund achtmonatige, medienwirksame Liebesbeziehung mit Brigitte Bardot, mit der er auch „Scoubidou“ im Duett sang. 1963 komponierte er „La Belle Vie“ mit französischem Text von Jean Broussolle – die später von Jack Reardon ins Englische übertragene Fassung wurde in den USA ein Top-20-Hit und brachte ihm als Songwriter zusätzlich einen US-Charterfolg ein, als Tony Bennett sie unter dem Titel „The Good Life“ coverte. Im selben Jahr heiratete Sacha Distel die alpine Skirennfahrerin Francine Bréaud.
In Deutschland wurde er in den 1960er-Jahren mit Titeln wie „Adios Amigo“ (1962), „Der Platz neben mir“ (1964) und „Die Frau mit dem einsamen Herzen“ (1965) zu einem der wenigen erfolgreichen französischsprachigen Sänger überhaupt und erhielt mehrfach die Goldene Schallplatte. 1970 gelang ihm mit seiner Coverversion von „Raindrops Keep Fallin‘ on My Head“ („Toute la pluie tombe sur moi“) Platz 10 der britischen Charts. 1973 kam es zu einer weiteren Zusammenarbeit mit Brigitte Bardot: ihr gemeinsames Duett „Le soleil de ma vie“, eine Coverversion von Stevie Wonders „You Are the Sunshine of My Life“. 1997 verlieh ihm Frankreich mit der Ehrenlegion die höchste zivile Auszeichnung des Landes. 2001 stand Sacha Distel in der Londoner West-End-Produktion des Musicals „Chicago“ als Anwalt Billy Flynn auf der Bühne, bevor er 2004 nach langer Krankheit im Alter von 71 Jahren starb.
Bekannte Lieder:
– Scoubidou
– Raindrops Keep Fallin‘ on My Head
– La Belle Vie
– Le Soleil de ma vie
– Adios Amigo
– Der Platz neben mir
– Die Frau mit dem einsamen Herzen
Links:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sacha_Distel
https://www.discogs.com/artist/Sacha+Distel




















